Festhalten.

Wellen

Dich festhalten ist
wie Träume festhalten.
Beides gleicht dem Versuch
eine Welle am Strand einzufangen.
Doch das Kind in mir versucht es.

Wieder und wieder.

Der Sand kitzelt doch so schön
unter den Füßen.
Lässt einen vergessen,
wie sehr sie bereits
vor Kälte schmerzen.

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Herbst II.

Herbst 2

Herbst II.
Wie der warme, milde Blick,
das sanfte Lächeln
ihrer roten Lippen.
Vor dem letzten Kuss.
Wohl wissend,
es wird Winter.
Eisig.
Still.
Doch einen Frühling
und einen Sommer,
hat sie Dir mit Worten
die Welt schön gemalt.
Und dann
all die Farben,
für sich behalten.

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Leere Bahnsteige

Berlin Central Station - Leere Bahnsteige

Ich bin ja berufsbedingt viel unterwegs. Jedenfalls rede ich mir dies wohl oft ein Stück weit ein. Natürlich bin ich es auch berufsbedingt. Aber nicht nur. Genauer betrachtet bin ich sehr oft auch wegen des Unterwegs-seins unterwegs.  Bewegung heißt, Veränderung zulassen. So ist das wohl, wenn zu Hause nur ein leerer Kühlschrank, Stille, Stillstand und ein verlassenes Bett auf einen warten. Also arrangiert man sich damit und plötzlich ist es ganz praktisch Freunde und Bekannte in verschiedenen Städten zu haben um das Unterwegssein zu rechtfertigen.

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…und vor sich hin zu schauen

Bastian Wittig

Sie warten und hetzen, auf den Bus und nach der Bahn. Auf das Essen und das Bier – um es dann herunter zu schlingen ohne den Geschmacksknospen auch nur den Hauch einer Chance zu geben etwas zu schmecken. Sie warten auf die Gelegenheit die nie kommen wird und jagen ihr nach. Den Einkauf im Eiltempo erledigen während man aufs Smartphone schaut und sich Fast Food zwischen die Kiemen schiebt. Im Grunde ist es egal wo ich mich gerade aufhalte und mal für fünfzehn Minuten hinsetze. Beobachte ich die Leute, sehe ich so viele gehetzte Gesichter. Sie warten auf die Nacht und auf den neuen Tag um dann durch ihn hindurch zu preschen, anstatt einmal im alten zu verweilen. Oder gar im hier und jetzt.

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